Steuervorteile durch Ansiedlung in der St.Gallen Bodenseeregion

 

Die Modelle, die üblicherweise zur Optimierung der Steuern herangezogen werden, sind der Vorentscheid, die Steuererleichterung und steuerlich privilegierte Konzernstrukturen.

Vorentscheid («Advance Tax Ruling»)

Unternehmen können von den Steuerbehörden einen verbindlichen Vorentscheid über die effektive Steuerbelastung erhalten. Steuerbefreiung wird fallweise gewährt.

Steuererleichterung

Die Steuerbehörden von Kantonen und Gemeinden sind befugt, im Fall von Neuansiedlungen Steuererleichterungen zu gewähren. Die Höhe der Vergünstigungen ist abhängig von Standort, Art und Höhe der Investition, Wertschöpfung und der Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze.

Oft verlegen global tätige Unternehmen ihren lokalen Hauptsitz bzw. ihren regionalen Hub (Europa bzw. EMEA) in die Schweiz. Dadurch können markante Steuereffekte erzielt werden. Der regionale Hauptsitz in der Schweiz hat dabei oftmals die Funktion einer Schaltstelle zwischen dem Mutterhaus und dem weltweiten Geschäft des Unternehmens, welches zum Grossteil im Ausland erwirtschaftet und in der Schweiz besteuert wird. Die Erfahrung zeigt, dass die multinationalen Konzerne primär Verwaltungs-, Vertriebs- und Dienstleistungsstellen in der St.GallenBodenseeArea domizilieren.

Gesellschaften mit besonderem Steuerstatus

Holding-Gesellschaft: Effektiver Steuersatz unter 8%

Holding-Gesellschaften sind mit Ausnahme von Erträgen aus schweizerischem Grundeigentum kantonal gewinnsteuerfrei und werden mit 0.01 bis 0.15 ‰ auf dem Kapital besteuert. Kapitalgesellschaften oder Genossenschaften können als Holding anerkannt werden, wenn sie folgende Voraussetzungen erfült:

  • Es werden lediglich langfristige Beteiligungen an Gesellschaften verwaltet.
  • Es finden in der Schweiz keinerlei Geschäftsaktivitäten mit Dritten statt (davon ausgenommen sind Vermögenstransaktionen in Cash und Asset Management sowie die Verwaltung des unternehmenseigenen geistigen Eigentums.)
  • Mindestens 65% des Unternehmens müssen langfristige und qualifizierte Beteiligungen an anderen Unternehmungen sein bzw. zwei Drittel der Gesellschaftserträge müssen aus Dividendenerträgen von qualifizierten Beteiligungen stammen.

Anders als auf kantonaler Ebene sind Holdings auf Bundesebene für ihr Einkommen aus Kapitalgewinnen aus nicht-qualifizierten Beteiligungen, Dividenden, Zinsen, Lizenzgebühren und ähnlichen Einkommen steuerpflichtig.

Gemischte Gesellschaft

Die Steuerbelastung gemischter Gesellschaften beträgt in der St.GallenBodenseeArea zwischen 8 und 12%, die Kapitalsteuer liegt bei 0.01‰ bis 0.015%. Gemischte Gesellschaften brauchen im Unterschied zu Domizilgesellschaften lediglich überwiegend auslandbezogene Geschäftstätigkeiten auszuüben, was eine geringfügige schweizerische Geschäftstätigkeit im Umfang von höchstens 20% des Geschäftsvolumens ermöglicht.
Die Einkünfte aus schweizerischer Geschäftstätigkeit sind ordentlich zu versteuern. Dies führt zu einem deutlich reduzierten Steuersatz für Einkünfte, die im Ausland erzielt wurden.

Eine gemischte Gesellschaft ermöglicht es, dass die Organisation und das Management in der Schweiz angesiedelt sind und das Unternehmen dem Schweizer Recht unterstellt wird, die operative Geschäftstätigkeit jedoch im Ausland stattfindet.

Voraussetzungen zur Anerkennung einer Gemischten Gesellschaft in der Schweiz:

  • Mindestens 80% der Gesamteinnahmen und -ausgaben müssen aus ausländischen Quellen stammen.
  • Kommerzielle Aktivitäten in der Schweiz sind bei einer Gemischten Gesellschaft zulässig, sofern sie 20% von Umsatz und Ausgaben des Unternehmens nicht übersteigen.

Quelle: St.GallenBodenseeArea